BedburgBergheimBrühlElsdorfErftstadtFrechenHürthKerpenPulheimWesseling


Freitag, der 22. Januar 2010 14:33

Bergheim: Totalkahlschlag für eineinhalb Wochen Kirmes



VON: PETER HIRSELER, FRAKTIONSVORSITZENDER



Auf der Grünfläche vor dem Aachener Tor sollen 110 von 159 Bäumen abgehackt und die gesamte Fläche eingeebnet werden.



"Obwohl die Stadt Bergheim pleite ist und einschneidende Sparmaßnahmen eingeleitet werden müssen, hat der Rat einen Plan beschlossen, nach dem die Fläche vor dem Aachener Tor für über 3,2 Millionen Euro umgebaut werden soll. Der Anteil der Stadt beträgt 640.000 Euro. Die restlichen 2,5 Millionen berappen alle Steuerzahler in NRW.


Die Fakten: Zwei Drittel aller Bäume sollen verschwinden, 1.160 Quadrathmeter Sträucher gehen verloren, mit über 11.000 Kubikmetern Erdreich wird der Rest zugeschüttet. Dafür werden dann aber auch 19 neue Bäume gepflanzt !


Begründet wird die Maßnahme damit, die Stadtmauer von weitem einsehbar zu machen. Das ist aber auch möglich, ohne Bäume zu fällen. Es ist plötzlich jemandem der historische Wert des Bauwerkes aufgefallen, weil der wirkliche Grund den Bürgern wohl nicht zusagen würde: Hubertusmarkt ohne Sperrung des Caunyringes während gerade mal 2 Wochen im Jahr !


Dafür ist der Stadtrat bereit, vor der historischen Mauer einen historischen Kahlschlag zu betreiben und die Verschuldung noch weiter in die Höhe zu schrauben. Obwohl wahrscheinlich sogar städtische Einrichungen geschlossen werden müssen.


Bisher hatte kaum jemand die Fakten gekannt und die vorgestellten Plänchen sahen auch immer ganz toll aus, der Computer machts möglich. So hatten alle, auch wir, anfänglich die Sache unterstützt. Auch noch in der Planungs- und Umweltausschußsitzung am 16.9.09 wurden der Politik die wahren Auswirkungen der Maßnahme vorenthalten, obwohl die Verwaltung schon wußte, wie viele Bäume fallen würden.


Erst durch das Woodstock Konzert am 15.8. und die Erftserenade 2 am darauf folgenden Tag wurde vielen klar, was wir verlieren werden. Leider waren nur wenige Politiker anwesend, aber die Bürgermeisterin fühlte sich sichtlich wohl.


In der Niederschrift des Verwaltungsvorstandes am 17.8.09 wird Frau Pfordt zitiert: “BM`in schildert die überwältigende Atmosphäre bei den Open-Air-Veranstaltungen “Remember Woodstock” und “Erftserenade 2” am vergangenen Wochenende in der Grünanlage vor dem Aachener Tor. Die vorhandene Mulde habe das Gefühl einer Freiluft-Arena aufkomen lassen. Dadurch sei es auch zu keinerlei Störungen der Anwohner gekommen. Zu überlegen sei, diese Erkenntnisse noch in die Planung einfließen zu lassen.”wie der Jugendpark können dann auch später erfolgen.”


Bisher ist aber nichts geflossen. Mal sehen, ob Frau Pfordt sich durchsetzen kann !?


Intern gibt es auch weitere Bedenken. So wird zum Beispiel Frau Berkenbusch in einem Besprechungsprotokoll vom 13.8.09 wie folgt wiedergegeben: “Frau Berkenbusch ist enttäuscht, daß der Stadtpark ein reiner Kirmesplatz wird, so daß die negativen Begleiterscheinungen wie die Stromkästen das ganze Jahr über sichtbar sind.” Frau Berkenbusch ist die Leiterin des Amtes für Kreisplanung und Naturschutz. Und in einem Vermerk vom 29.10.09 heißt es: “Die befstigten Flächen sollen, da der gesamte Bereich aufgrund der Anforderungen für den Hubertusmarkt eher gering ausgestattet ist und wenig Spielraum für deutliche Akzente bleibt, aus gelb eingefärbtem Asphalt hergestellt werden.” Und weiter: “Im Inneren des Parks sollen aufgrund der klaren Gliederung des Entwurfs und wegen der dort stattfindenden Veranstaltungen keine weiteren Bänke aufgestellt werden.”


Noch deutlicher wurde die Katze aus dem Sack gelassen im Verwaltungsvorstand am 29.9.09: “Das Ziel soll beibehalten werden. Mindestens muß der Platz für den Hubertusmarkt 2010 fertig sein. Randliche Maßnahmen


Es geht den Befürwortern also weniger um historische Mauern oder gar um die Interessen der Jugend; allein die Schaffung einer großen kahlen Schotterfläche für die Kirmesbuden ist der Hintergrund für die gesamte Planung.


Die Bäume und das natürlich geformte Gelände waren den Hubertusfetischisten schon immer ein Dorn im Auge.


Schwarzer Schotter und gelbe Asphaltwege vor braunem Gemäuer – die Politik läßt grüßen. Allein für gelb eingefärbten Asphalt sollen schon 500.000 verpulvert werden. Für Grün bleibt da kein Platz!





Seite Empfehlen       Seite drucken