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Das Restfeld-Ville – ein wertvolles Stück Natur muss gesichert werden

Wo früher der Hürther Ortsteil Knapsack, später der Braunkohle-Tagebau war, hat in den letzten 20 Jahren die Natur ein hochwertiges Biotop entwickelt.

Auf dem Boden des Tals sind noch die Reste der Kohle zu sehen, darauf und rund herum haben zahlreiche Pflanzen, Falter, Vögel und andere Tiere ein ungestörtes Lebensumfeld gefunden. Davon einige Arten, die auf der Roten Liste stehen. Für Hürth, das inzwischen 42 % Versiegelung seiner Böden aufweist, sind Gebiete wie das Restfeld-Ville wichtige natürliche Ausgleichsflächen. Für unser Klima und die Artenvielfalt sind sie von größter Bedeutung.

Aber wie so oft, wenn irgendwo ein zusammenhängendes größeres Gelände brach liegt, treten auch hier immer wieder Akteure der Freizeit-Industrie auf, um mit großräumigen touristischen Attraktionen Geld zu machen. Bisher konnten alle derartigen Ansinnen abgewehrt werden, aber die Begehrlichkeiten bleiben.

Schon frühzeitig haben Naturschützer Folge richtig gefordert, dieses Gebiet unter Naturschutz zu stellen, um es zu erhalten. GRÜNE setzen sich seit Jahren in Hürth und im Kreis vehement dafür ein. Auch die Fraktionen im Rat der Stadt Hürth unterstützen dieses Anliegen einhellig.

Nur die Kreistags-Politiker von CDU, SPD und FDP verweigern seit Jahren den Status Naturschutzgebiet. Grund: RWE Power als Teil-Grundstückseigentümer ist dagegen. Und was der Konzern will, ist (bisher) im Kreis Gesetz. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann der Kreistag angesichts knapper Kassen auch hier die Natur opfern wird.

GRÜNE fordern trotzdem in Stadt und Kreis unnachgiebig: das Restfeld-Ville muss als Naturschutzgebiet und für die ruhige Erholung der Bevölkerung gesichert werden, auch gegen den Willen des Rheinbraun-Nachfolgers.



Doris Lambertz bleibt Fraktionschefin

Doris Lambertz bleibt auch nach der Kommunalwahl im Herbst 2004 Chefin der GRÜNEN Kreistagsfraktion.

Doris Lambertz ist Jahrgang 52, in Köln geboren, mit Horst Lambertz verheiratet und hat eine erwachsene Tochter. Sie arbeitet als Verwaltungsangestellte beim Zentralarchiv für empirische Sozialforschung an der Universität zu Köln.

Sie meint zum Politik-Machen:

"Meine Hauptmotivation, Politik zu machen, lässt sich ausdrücken mit der alten Wahlaussage "Wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt" – also Nachhaltigkeit, die für alle Politikfelder durchdekliniert wird.

Mitglied der Grünen bin ich seit 1990, davor habe ich als Sympathisantin Wahlkampf- und Pressearbeit für die Grünen in Hürth gemacht. Auf Kreisebene war ich einige Jahre Vorsitzende, daneben sachkundige Bürgerin im Jugendhilfe- und im Umweltausschuss in Hürth. Seit 1999 bin ich Kreistagsmitglied.

Ich habe zunächst überwiegend Parteiarbeit gemacht, die Arbeit in der Fraktion war für mich Neuland und zuerst ziemlich ernüchternd in ihren von strukturellen Vorgaben geprägten Abläufen.

Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich meinem Kollegen Uwe als "alten" Fraktionshasen danken. Er und der Geschäftsführer Johannes haben mir den Einstieg sehr erleichtert und offen mit ihrem vorhandenen Wissen in der Orientierungsphase geholfen. Durch diese vertrauensvolle Zusammenarbeit gelang es, auch nach zwei Auswechslungen in der Fraktion, eine wie ich finde sehr ordentliche Fraktionsarbeit zu machen.

Die Aufgaben, die originär beim Kreis liegen, sind begrenzt: Berufs- und Sonderschulen, Abfall, überörtliche Verkehrsplanung, als untere Landschaftsbehörde zuständig für die Genehmigung kommunaler Flächennutzungspläne, Polizei und Teilbereiche im Sozialwesen (Aufsicht stationäre Pflege, Hilfe zum Lebensunterhalt,

Daneben hat der Kreis Aufgaben übernommen, die über die Kreisumlage von den Kommunen finanziert werden (Arbeit von Sozialträgern wie AWO, Caritas, DPWV, Drogenberatung und Drogenhilfe, Frauenarbeit, Kinder- u. Jugendprojekte, Kultur- und Wirtschaftsförderung, usw.). Diese sogenannten Freiwilligen Aufgaben sind in der Diskussion, alljährlich fordern viele Kommunen, aber auch GRÜNE, die Senkung der besagten Kreisumlage und die Konzentration des Kreises auf die Pflichtaufgaben. Hierüber sollten wir bald eine Grundsatzdiskussion führen.

Ich beobachte zunehmend, dass vor allem Frauen nach der Familienzeit größte Schwierigkeiten haben, in den Beruf zurück zu kehren. Dies aber halte ich für eine wesentliche Bedingung, das allgemein festzustellende Roll-Back in der Frauenpolitik zu bremsen. Entlastung des Arbeitsmarktes, Sicherstellung der häuslichen Pflege, Diskussion um ein soziales Pflichtjahr für Frauen zeigen, wohin die Reise nach den Vorstellungen Konservativer in allen Parteien gehen soll.

Eigenständig und selbstverantwortlich leben und arbeiten sind für mich Grundpfeiler von Emanzipation. Für Frauen, die sich heute mit Mini-Jobs und ohne eigene Alterssicherung durchschlagen, ist Altersarmut vorprogrammiert. Es gilt, dem entgegen zu wirken und Programme zu sichern, die den Wiedereinstieg in den ersten Arbeitsmarkt ermöglichen. Konkret bedeutet das, die bedrohte Arbeit der Regionalstelle Frau und Beruf im Kreis zu stützen und möglichst auszubauen.

Wirtschaftsförderung ohne gezielte Mädchen- und Frauenförderung entzieht der Wirtschaft Potenziale, auf die sie nicht verzichten kann. Es ist beschämend angesichts unserer Nachbarländer wie z.B. Frankreich, welche Steine hierzulande Frauen in den Weg gelegt werden, ein aktives Leben mit Kindern und Beruf zu führen.

Meine Hauptbaustelle in der grünen Fraktion ist Kreisplanung und Naturschutz. Mein Ziel ist die Vereinbarkeit von Landschaftsnutzung – Bebauung, Freizeiteinrichtungen mit dem Schutz von Natur und Umwelt. Dies ist, wie ich in den letzten Jahren gelernt habe, ein zähes Stück Arbeit, bei dem es keine schnellen Erfolge gibt. Überwältigend ist die Partei übergreifende Phalanx von Bebauungs-Feteschisten, Agrar-Funktionären und Politikern, für die Attraktivitätssteigerung dieses Kreises ausschließlich in der Vermarktbarkeit von Flächen liegt. Nach der diesjährigen Haushaltsrunde finden Naturschutzmaßnahmen nahezu ausschließlich nur noch durch Zuweisungen des Landes statt – dies kann man nicht oft genug betonen.

Dass Beharrlichkeit und enge Zusammenarbeit mit grünen Kommunalfraktionen und Umweltverbänden sich auszahlen kann, deutet sich in der hoffentlich baldigen Unterschutz-Stellung des Ville-Restfeld an.

Dass GRÜNE sich im Kreistag seit vielen Jahren für einen Wandel in der Energiepolitik engagieren, ist euch bekannt.Neuerdings spricht auch der Landrat von der Brennstoffzelle. Ich erwarte und setze mich dafür ein, dass wir auch mit der neuen Fraktion in diesem Bereich mit Sachverstand gegen die massiven Widerstände von Windkraft-Gegnern und Braunkohle-Lobby für den überfälligen Umstieg auf regenerative Energien streiten werden. Dass dies keine ideologische Spinnerei der GRÜNEN ist, verstehen inzwischen immer mehr Menschen, die rechnen können und sich um zukunftsfähige Arbeitsplätze Gedanken machen.

Wenn es hier auch nur im Schneckentempo weiter geht, Niederlagen grüner Forderungen eher die Regel sind und ich mich oft frage, ob ich nicht doch masochistisch veranlagt bin, bin ich dennoch der Überzeugung, dass es die Sache wert ist. GRÜN ist das Markenzeichen für intelligente Umweltpolitik, hier haben wir die höchste Kompetenzzuweisungen und das Vertrauen von Wählerinnen und Wählern, denen eine intakte Umwelt für sich und ihre Kinder etwas bedeutet. Diesen Menschen fühle ich mich verpflichtet.

Ein weiteres Gebiet – und da sind wir wieder bei den freiwilligen Leistungen – ist der Erhalt von unverzichtbaren Leistungen im Sozialbereich. Ob DROBS, oder Programme von Caritas, AWO, das Frauenhaus, der Gewaltschutz-Verein Freio oder andere freie Inititiativen etwa in der Arbeitslosenarbeit oder Betreuung von Migrantinnen und Menschen mit Behinderungen – angesichts der strammen Finanzsituation wird der Erhalt dieser unbestritten dringend erforderlichen gesellschaftlichen Arbeit in den nächsten Jahren zu heftigen Auseinandersetzungen führen. Wir werden im Kampf um die Streichung von Mitteln darstellen, dass das Wegbrechen dieser Organisationen nur vordergründig Kosten spart: die Folgewirkungen mit dann notwendigen Reaktionen werden in der Regel immer teurer sein.

Ich will und kann in diesem Rahmen nicht alle Bereiche aufzählen, um die wir uns die nächsten 5 Jahre kümmern müssen.

Die Zeichen stehen gut, dass wir in der jetzigen Wahlzeit des Kreistages bis 2009 mit höherer Man- und Womenpower GRÜN noch sichtbarer in der Kreispolitik machen.




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Doris Lambertz ist Mitglied der GRÜNEN Kreistagsfraktion.

Doris Lambertz ist Jahrgang 1952.

Doris Lambertz ist Mitglied in folgenden Ausschüssen:

Ausschuss für Umwelt, Kreisentwicklung und Energie
Ausschuss für Schule, Kultur und Sport

Doris Lambertz ist Mitglied in folgenden Gremien:

Aufsichtsrat des Heinrich-Meng-Instituts
Aufsichtsrat des Hochbegabtenzentrums Rheinland

Doris Lambertz politisches und gesellschaftliche Engagement begann 1969. Sie ist Mitglied bei VERDI, NABU, Naturfreunde und GeN

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